Burnout kommt selten über Nacht. Meistens entwickelt sich die Erschöpfung schleichend über Monate oder sogar Jahre hinweg. Das Tückische daran ist, dass Betroffene die Warnsignale oft nicht ernst nehmen oder sie als normale Reaktion auf einen stressigen Job abtun. Wer die frühen Anzeichen kennt, kann rechtzeitig gegensteuern bevor aus chronischer Überlastung eine ernsthafte Erkrankung wird.
Die drei Dimensionen des Burnouts
Nach der WHO-Definition im ICD-11 zeigt sich Burnout in drei Hauptbereichen: emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und verminderte Leistungsfähigkeit. Diese drei Dimensionen beeinflussen sich gegenseitig und verstärken sich im Verlauf. Was als gelegentliche Müdigkeit beginnt, kann sich zu einem Zustand völliger Erschöpfung entwickeln. Ein Burnout Selbsttest kann helfen, die eigene Situation realistisch einzuschätzen.
Körperliche Signale
Chronische Müdigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verspannungen
Emotionale Signale
Reizbarkeit, innere Leere, Zynismus, Gefühl der Sinnlosigkeit
Verhaltensänderungen
Rückzug, sinkende Produktivität, Vernachlässigung von Hobbys
Frühe Warnsignale ernst nehmen
In der ersten Phase zeigen sich oft subtile Veränderungen, die leicht übersehen werden. Wer plötzlich mehr Kaffee braucht um durch den Tag zu kommen, wer abends keine Energie mehr für Freunde oder Familie hat oder wer zunehmend gereizt auf kleine Störungen reagiert, sollte aufmerksam werden. Diese frühen Anzeichen sind noch keine Krankheit, aber sie zeigen, dass die Belastungsgrenze erreicht ist.
Wichtiger Hinweis
Wenn Sie bei sich mehrere dieser Warnsignale über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen bemerken, sollten Sie aktiv werden. Sprechen Sie mit Ihrer Führungskraft oder suchen Sie professionelle Unterstützung.
Was Sie jetzt tun können
Der erste Schritt ist die ehrliche Bestandsaufnahme. Führen Sie für zwei Wochen ein Energie-Tagebuch und notieren Sie, wann Sie sich fit fühlen und wann erschöpft. Identifizieren Sie die grössten Energieräuber in Ihrem Alltag. Oft sind es nicht die grossen Aufgaben, sondern viele kleine Störungen und ungeklärte Konflikte, die uns auslaugen.
Setzen Sie klare Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Das bedeutet auch, am Feierabend keine beruflichen E-Mails mehr zu lesen und am Wochenende tatsächlich abzuschalten. Regeneration ist kein Luxus sondern eine Notwendigkeit für nachhaltige Leistungsfähigkeit. Wer seine Warnsignale ernst nimmt und frühzeitig handelt, kann einen Burnout in den meisten Fällen verhindern.
Professionelle Unterstützung
Bei anhaltender Erschöpfung kann professionelle Begleitung den Unterschied machen.
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