Schwierige Mitarbeitende gibt es in jedem Unternehmen. Die Frage ist nicht ob, sondern wie man mit ihnen umgeht. Dabei ist es wichtig zu unterscheiden zwischen Personen, die gerade eine schwierige Phase durchmachen, und solchen, deren Verhalten dauerhaft problematisch ist. Beide Situationen erfordern unterschiedliche Herangehensweisen.
Verschiedene Typen verstehen
Hinter schwierigem Verhalten stecken unterschiedliche Ursachen. Manche Mitarbeitende sind frustriert wegen mangelnder Anerkennung oder Entwicklungsmöglichkeiten. Andere haben private Probleme, die sich auf die Arbeit auswirken. Und einige haben schlicht ein schwieriges Naturell. Die richtige Strategie hängt davon ab, welchen Typ Sie vor sich haben.
Der Leistungsverweigerer
Macht nur das Nötigste, zeigt keine Initiative. Oft Zeichen von Frustration oder fehlender Motivation, manchmal auch Überforderung.
Der Dauerquerulant
Kritisiert alles, blockiert Veränderungen. Häufig jemand, der sich nicht gehört fühlt oder negative Erfahrungen gemacht hat.
Der Einzelgänger
Vermeidet Teamarbeit, kommuniziert wenig. Kann Introversion sein, aber auch Zeichen für Konflikte oder mangelnde Integration.
Der Besserwisser
Weiss alles besser, lässt andere nicht zu Wort kommen. Oft Unsicherheit, die durch dominantes Auftreten kompensiert wird.
Das konstruktive Gespräch suchen
Der erste Schritt ist immer das direkte Gespräch. Vermeiden Sie Vorwürfe und beschreiben Sie stattdessen konkret, welches Verhalten Sie beobachtet haben und welche Auswirkungen es hat. Fragen Sie nach der Perspektive des Mitarbeitenden. Oft erfahren Sie dabei wichtige Hintergründe, die Sie sonst nicht kennen würden. Professionelle Gesprächsführung kann man durch gezieltes Coaching verbessern.
Wichtige Grundregel
Trennen Sie immer zwischen Person und Verhalten. Die Schweizerische Arbeitgebervereinigung empfiehlt: Kritisieren Sie nie die Person als Ganzes, sondern sprechen Sie konkrete Verhaltensweisen an.
Klare Erwartungen setzen
Nach dem Verständnis der Situation müssen klare Erwartungen formuliert werden. Was genau soll sich ändern? Bis wann? Was sind die Konsequenzen, wenn keine Veränderung erfolgt? Diese Punkte sollten schriftlich festgehalten werden. Geben Sie dem Mitarbeitenden die Chance zur Verbesserung, aber seien Sie auch bereit, Konsequenzen umzusetzen, wenn sich nichts ändert.
Dokumentieren Sie alle Gespräche und Vereinbarungen sorgfältig. Falls es später zu arbeitsrechtlichen Schritten kommen sollte, ist diese Dokumentation unverzichtbar. Aber auch für Ihre eigene Orientierung ist es hilfreich zu wissen, was wann besprochen wurde und welche Fortschritte erzielt wurden oder eben nicht.
Führungskompetenzen stärken
Schwierige Gespräche souverän meistern lernen.
Mehr erfahren