Das Jahresgespräch ist Ihre Chance, sichtbar zu werden. Es ist der Moment, in dem Sie Ihre Leistungen präsentieren, Ihre Entwicklungswünsche äussern und die Weichen für Ihre berufliche Zukunft stellen können. Wer gut vorbereitet in dieses Gespräch geht, nutzt diese Gelegenheit optimal und geht mit einem besseren Gefühl hinaus.
Viele Mitarbeitende unterschätzen die Bedeutung einer gründlichen Vorbereitung. Sie verlassen sich darauf, dass ihre gute Arbeit für sich spricht. Doch Führungskräfte haben viele Mitarbeitende und können nicht alles im Detail im Blick haben. Es liegt an Ihnen, Ihre Erfolge sichtbar zu machen und klar zu kommunizieren, wo Sie hinwollen.
Die fünf Säulen der Vorbereitung
Erfolge dokumentieren
Sammeln Sie konkrete Beispiele für Ihre Leistungen. Projekte, die Sie abgeschlossen haben, Probleme, die Sie gelöst haben, Feedback, das Sie erhalten haben. Zahlen und Fakten sind überzeugender als vage Aussagen.
Ziele reflektieren
Schauen Sie sich die Ziele des letzten Gesprächs an. Was haben Sie erreicht? Wo gab es Schwierigkeiten und warum? Seien Sie ehrlich zu sich selbst und bereiten Sie sich auf Nachfragen vor.
Entwicklung planen
Überlegen Sie, wohin Sie sich entwickeln möchten. Welche Fähigkeiten wollen Sie ausbauen? Welche Verantwortung übernehmen? Formulieren Sie konkrete Wünsche, die Sie ansprechen möchten.
Feedback vorbereiten
Das Jahresgespräch ist keine Einbahnstrasse. Überlegen Sie, welches Feedback Sie Ihrer Führungskraft geben möchten. Was läuft gut in der Zusammenarbeit? Was könnte besser sein?
Vergütung thematisieren
Falls Sie eine Gehaltsanpassung ansprechen möchten, bereiten Sie Argumente vor. Marktübliche Gehälter, Ihre Entwicklung, zusätzliche Verantwortung. Bleiben Sie sachlich und realistisch.
Fragen zur Selbstreflexion
Nehmen Sie sich Zeit für diese Fragen
Dos and Don'ts im Jahresgespräch
So gelingt es
- Mit konkreten Beispielen argumentieren
- Aktiv zuhören und nachfragen
- Eigene Entwicklungswünsche klar benennen
- Offen für Feedback sein
- Vereinbarungen schriftlich festhalten
- Positiv und lösungsorientiert bleiben
Das vermeiden
- Unvorbereitet erscheinen
- Nur jammern ohne Lösungsvorschläge
- Kollegen kritisieren oder beschuldigen
- Sich in die Defensive drängen lassen
- Unrealistische Forderungen stellen
- Das Gespräch als Pflichttermin abtun
Mit schwierigen Themen umgehen
Nicht jedes Jahresgespräch verläuft harmonisch. Vielleicht werden Kritikpunkte angesprochen, die Sie überraschen. Oder Sie erhalten nicht die Anerkennung, die Sie erwartet haben. In solchen Momenten ist es wichtig, ruhig zu bleiben und nicht in die Defensive zu gehen.
Hören Sie zunächst zu und versuchen Sie zu verstehen, was konkret gemeint ist. Fragen Sie nach Beispielen, wenn die Kritik vage bleibt. Sie müssen nicht sofort auf alles eine Antwort haben. Es ist völlig in Ordnung zu sagen, dass Sie darüber nachdenken möchten, bevor Sie Stellung nehmen.
Praxistipp
Führen Sie das ganze Jahr über ein kurzes Erfolgsjournal. Notieren Sie regelmässig Ihre Erfolge, positives Feedback und abgeschlossene Projekte. So haben Sie vor dem Jahresgespräch eine solide Grundlage und vergessen nichts Wichtiges.
Wenn Gespräche Stress verursachen
Für manche Menschen sind Jahresgespräche mit Angst oder Stress verbunden. Stressbewältigung durch Hypnose kann helfen, mehr Gelassenheit zu entwickeln.
Nach dem Gespräch
Das Jahresgespräch endet nicht mit dem Verlassen des Raums. Nehmen Sie sich Zeit, das Besprochene zu reflektieren. Was waren die wichtigsten Erkenntnisse? Welche Vereinbarungen wurden getroffen? Was sind die nächsten Schritte?
Falls Sie ein Protokoll erhalten, lesen Sie es sorgfältig durch und melden Sie Unklarheiten oder Fehler zurück. Beginnen Sie zeitnah mit der Umsetzung Ihrer Ziele und fordern Sie die vereinbarte Unterstützung aktiv ein. Das Jahresgespräch ist der Startpunkt, nicht das Ende.